Beschäftigungstherapie

Vollstationäre Behandlung

Vollstationäre Behandlung

Wenn eine kinder- und jugendpsychiatrische Problematik oder Störung so schwerwiegend ist, dass eine vorübergehende vollständige Trennung aus dem aktuellen sozialen Umfeld, sprich Familie, erforderlich ist, um für das Kind eine völlig neue Situation herzustellen, wenn selbstschädigendes oder selbstgefährdendes Verhalten im Vordergrund steht, oder wenn das schwer erkrankte Kind oder der bzw. die Jugendliche nicht einsehen kann, dass eine Behandlung dringend erforderlich ist, kann eine stationäre, möglicherweise kurzfristig sogar geschützte (= geschlossene) Behandlung im Sinne des Wohles des Kindes bzw. der oder des Jugendlichen notwendig werden.

Wir arbeiten grundsätzlich mit einer verhaltenstherapeutischen Ausrichtung, in die wir jedoch individuell andere therapeutische Sicht- und Arbeitsweisen integrieren (vor allem tiefenpsychologische und systemische).

Die Behandlung erfolgt auf der Grundlage unserer stationären Rahmenbedingungen, zu denen z.B. das Bezugspädagogensystem gehört (feste pädagogische Ansprechpartner für das Kind/den Jugendlichen), ein strukturierter Tagesablauf, ein Wochenplan (feste Zeiten für bestimmte Aktivitäten, für Besuche etc.) und der begleitende Schulbesuch (Klinik- oder Heimatschule).

Nach einer kurzen Beobachtungsphase (mit Verhaltensbeobachtung, medizinischer und testpsychologischer Untersuchung) wird in der Regel ein individueller Therapieplan erstellt und mit den Kindern/Jugendlichen und ihren Eltern besprochen und abgestimmt.

Die therapeutischen Interventionen umfassen Einzeltherapie, verschiedene Formen der Gruppentherapie sowie Spezialtherapien wie Sport- und Bewegungstherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, Gestaltungstherapie, therapeutisches Holzwerken und Spiegeltraining für essgestörte Patientinnen und Patienten. Bei Bedarf wird im stationären Rahmen zusätzlich ein Verhaltensplan installiert. Medikamentöse Behandlungen oder diätetische Maßnahmen setzen wir individuell und in enger Absprache mit Patient und Eltern ein.

Einen besonders hohen Stellenwert besitzt für uns die Einbeziehung der Eltern/Familien in die Behandlung, in Form von Eltern- oder Familienberatung bzw. -therapie.
Unsere Klinik hält insgesamt 34 vollstationäre Behandlungsplätze für Kinder und Jugendliche vor. Die Behandlungsplätze gliedern sich in eine fakultativ geschützte Kinderstation mit 10 Betten, eine fakultativ geschützte Jugendstation mit 12 Betten, eine Kriseninterventionseinheit mit 2 Betten und eine psychosomatische Station mit 10 Betten.

Unsere Stationen

Jugendstation P19B (fakultativ geschützte Station) mit Kriseninterventionseinheit

Auf unserer Jugendstation werden Jugendliche ab einem Alter von 13 Jahren behandelt.

Die Station besitzt 12 reguläre Behandlungsplätze und 2 spezielle Krisenbehandlungsplätze. Für eine wohnliche Atmosphäre sorgen freundliche Gemeinschaftsräume für die Mahlzeiten und Aktivitäten in der Gruppe. Für Jungen und Mädchen gibt es jeweils eigene Sanitärbereiche. Auf der Station befinden sich zudem eine Küche sowie das Büro des Pflege- und Erziehungsdienstes. Für Außenaktivitäten steht ein Gartenbereich zur Verfügung. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche werden in unserer Schule oder ggf. auch auf der Station von Sonderschullehrern der Marie-Luise-Kaschnitz-Schule unterrichtet.

Kinderstation P19A (fakultativ geschützte Station)

Unsere Kinderstation ist eine Station für Kinder und junge Heranwachsende bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres. Auf der Kinderstation stehen 10 Behandlungsplätze zur Verfügung. Hier sorgen, wie auch auf unserer Jugendstation, freundliche Gemeinschaftsräume für die Mahlzeiten und Aktivitäten in der Gruppe und getrennte Sanitärbereiche für Mädchen und Jungen für eine wohnliche Atmosphäre.

Besondere Bedeutung hat im stationären Alltag die milieutherapeutische Behandlung. Die Kinder erlernen oder verfestigen dabei ihre Alltagskompetenzen. Hierbei erhalten sie Unterstützung und Anregung zur Freizeitgestaltung und erfahren einen strukturierten Tagesablauf. Dazu gehört auch die Beschulung in der klinikinternen Marie-Luise-Kaschnitz-Schule.

Psychosomatische Station P29A (offene Station)

Unsere 10 Behandlungsplätze umfassende psychosomatische Station behandelt Kinder- und Jugendliche von 6 bis zum vollendeten 17. Lebensjahr.

Auf unserer Station werden Kinder mit Krankheitsbildern behandelt, bei denen psychische Faktoren als Ursache oder Folge beteiligt sind. Schwerpunkte unsererseits sind v.a.:

  • Essstörungen (Anorexia und Bulimia nervosa, Binge Eating-Störung)
  • Somatoforme Störungen (z.B. funktionelle Störungen, chronische Schmerzerkrankungen)
  • Dissoziative Störungen
     

Eine Beschulung kann in der klinikinternen Marie-Luise-Kaschnitz-Schule erfolgen.