Meine Hüft-OP nach der Fast-Track-Methode im Klinikum Karlsruhe.
Von Christiane Krause-Dimmock
Anhand einer Röntgenaufnahme bekam ich die Diagnose „Coxarthrose“ – Verschleiß des Knorpelgewebes im Hüftgelenk. Ein paar Wochen später lag ich unterm Messer. Nur kurz. Denn nach fünf Tagen stand ich schon mit gepacktem Koffer bereit, um wieder nach Hause zu fahren. Mit Gehstützen zwar, aber völlig selbstständig.
Ich will kurz erklären, wie das so einfach funktionieren konnte. Alles kurz, knackig, für den Patienten sogar ziemlich schmerzfrei.
Mit meinen Röntgenaufnahmen und einem Einweisungsschein in der Tasche ging es zum Erstgespräch ins Städtische Klinikum Karlsruhe. Das Telefonat bei der Terminvereinbarung war mir so sympathisch, dass mir die Entscheidung für diese Einrichtung sehr leichtgefallen ist.
Oberärztin Dr. Monika Mühlbayer und Fast-Track-Assistentin Jeanine Pavlovic haben mir dieses megaschnelle Programm namens Fast-Track erläutert und selbstredend die Befunde nochmal gecheckt.
„Ich habe mich rund um meine Hüft-OP bestens betreut gefühlt und war nach fünf Tagen schon wieder zuhause.“
Es soll gar nicht verhehlt werden, dass der Leidensdruck durch die Schmerzen rapide anwuchs. Es mache keinen Sinn, die Patienten unnötig lange warten zu lassen, erklärte mir das Team. So kam es, dass ich schon ein paar Wochen später einen OP-Termin hatte.
Vielleicht wäre das sogar noch schneller gegangen. Aber nun lag der Spielball zur Vorbereitung zunächst einmal vor mir – und der kaputten Hüfte. Jetzt musste ich meinen Teil zum Gelingen beitragen. Muskulatur stärken. Viel bewegt hatte ich mich zuletzt nicht, das gebe ich offen zu. Meine Arthrosen haben mich sehr blockiert. Jetzt bekam ich sehr sympathische kleine Übungen präsentiert, die sich quasi völlig easy im Bett, beim Warten in der Arztpraxis oder an der roten Ampel durchführen lassen. Ganz unkompliziert. Habe sogar ich geschafft. Zum Glück.
Was mir sehr geholfen hat, war die Transparenz, mit der die Vorbereitung ablief. Verstehen, was da passiert. Etwa, warum vor der OP viel Eiweiß so wichtig ist und dass ich den Tag vor dem Eingriff mal richtig in Sachen Kohlehydrate zuschlagen sollte. Bis Mitternacht. Am nächsten Morgen gab es obendrein zwei Kohlehydrate-Shakes, die ich trinken durfte, bevor es in die Klinik ging.
Besonders gut hat mir die Betreuung durch das Personal gefallen – vom OP-Team über die Physio bis hin zu den Raumpflegerinnen. „Zugewandt“ hat man das früher genannt. Einfach liebevoll versorgt, etwa von einem jungen Mann, der mich fröhlich plaudernd in den OP schob. Dabei habe ich irgendwie ständig erwartet, dass sich eine plötzliche Nervosität einstellt. Dem war aber nicht so. Zu keiner Zeit. Denn man hat für mein Dafürhalten in so vielen Details geplant, dass ich mich durchgängig sicher fühlte.
„Besonders gut hat mir die liebevolle, persönliche Betreuung durch das Klinik-Team gefallen.“
Ein Anästhesist, der mir ganz genau erklärte, was passieren wird, wie sich die Medikamentengabe anfühlen wird und ein Chefarzt, dessen Lächeln ich selbst hinter seiner Maske wahrnehmen konnte. Eine knappe Stunde später war ich schon im Aufwachraum.
Eine nette Schwester bot mir ein Eis an, bevor man mich in mein Zimmer brachte, in dem ich für vier Nächte eingebucht war. Kaum drin, befiel mich das unbändige Bedürfnis, aufrecht am Bettrand zu sitzen. Unkompliziert. Aber streng überwacht von der Fast-Track-Assistentin Jeanine Pavlovic. Ich glaube, sie war selbst ein bisschen überrascht.
Toilettenbesuch, Duschen. All das durfte ich ab sofort alleine tun. Zu essen gab es die ganz normale Kost, obendrein zweimal am Tag je einen Protein-Shake. Für die lieben Muskeln, die jetzt jede Hilfe brauchen konnten, die man kriegen kann.
Am Tag nach der OP war ich viel unterwegs, röntgen, laufen, sitzen etc. Die erste Session mit der Physiotherapie stand an. Kleine Tipps zur Bewegung und ein bisschen Hilfe etwa beim Justieren meiner Gehhilfen. Am nächsten Tag vermochte ich bereits Treppen zu laufen.
„Dass ich jemals Angst gehabt haben soll vor einer solchen OP, kann ich mir kaum noch vorstellen.“
Am vierten Tag nach der OP ging es für mich nach Hause. Und: Ich habe mich bewusst gegen eine Reha entschieden. Physiotherapie, Lymphdrainage, das Ziehen der Fäden und die medizinische Betreuung durch meinen Orthopäden habe ich vor dem Krankenhausaufenthalt organisiert.
Klar, zu 100 Prozent konnte man die Schmerzen nicht verschwinden lassen. Aber das Pain Management hat gut funktioniert. Eine kurze Info ans Pflegepersonal schuf im Bedarfsfall Abhilfe.
Inzwischen – am Tag vor dem Fädenziehen – geht es mir gut. Ich kann ohne Probleme mit einer Gehstütze laufen, manchmal vergesse ich bei kurzen Schritten innerhalb des Raumes sogar die Krücken. Dass ich artig die kleinen Muskelstärkungs-Übungen weiter durchführe, hilft ganz enorm.
Alles hat also sehr gut funktioniert. Tatsächlich sehne ich mich inzwischen fast ein bisschen nach dem Herbst. Denn dann möchte ich mein kaputtes Knie operieren lassen. Dass ich jemals Angst gehabt haben soll vor einer solchen OP, das kann ich mir kaum noch vorstellen.