Das Bild zeigt eine Untersuchung in der kinderchirurgischen Ambulanz.

Ösophagusatresie

Was ist eine Ösophagusatresie?

Die Ösophagusatresie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der die Speiseröhre (Ösophagus) nicht vollständig durchgängig ist. Häufig besteht zusätzlich eine Verbindung zwischen Speiseröhre und Luftröhre, eine sogenannte tracheoösophageale Fistel. Diese Erkrankung verhindert, dass Nahrung sicher in den Magen gelangt, gleichzeitig können Atemprobleme bestehen.

Häufigkeit

Die Ösophagusatresie tritt bei etwa 1 von 3.000 bis 4.000 Neugeborenen auf und gehört zu den seltenen Fehlbildungen, die jedoch heute gut behandelbar sind. Umgerechnet werden in Deutschland jährliche etwa 200 Kinder mit Ösophagusatresie geboren und operiert.

Pränatale Diagnostik

Manchmal lässt ist bereits während der Schwangerschaft die Ösophagusatresie im Ultraschall feindiagnostisch erkennen. Hinweise können eine vergrößerte Speiseröhre oder eine verringerte Fruchtwassermenge sein. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht die optimale Vorbereitung auf die Geburt und die weitere Behandlung. In vielen Fällen wird aber die Diagnose erst nach Geburt gestellt.

Postnatale Diagnostik

Nach der Geburt zeigen Babys mit Ösophagusatresie meist Symptome wie vermehrten Speichelfluss, Schwierigkeiten beim Schlucken oder Erbrechen. Die Diagnose wird durch Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs bestätigt.

Häufig bestehen gleichzeitig Fehlbildungen anderer Organe, insbesondere der Wirbelsäule, Nieren, Harnwege, des Darmes und des Herzens. Deshalb wird eine umfassende Untersuchung direkt nach der Diagnose einer Ösophagusatresie durchgeführt.

Wichtig bei der präoperativen Diagnostik ist die Unterscheidung zwischen der häufigeren kurzstreckigen Ösophagusatresie und der seltenen langstreckigen Form, da die operative Therapie sich unterscheidet.

Ebenfalls relevant ist die Suche nach einer häufig gleichzeitig bestehenden sog. Tracheomalazie, bei der die Luftröhrenwand instabil ist und zu Luftnot führen kann.

Operation und Therapie

Die Behandlung der Ösophagusatresie ist operativ. In der Kinderchirurgie des Klinikums Karlsruhe führen wir die Wiederherstellung der Speiseröhre durch ein erfahrenes OP-Team durch. Wann immer möglich, wenden wir minimal-invasive Techniken an, die besonders schonend für die kleinen Patienten sind.

Bei der kurzstreckigen Form wird im Brustkorb die tracheoösophageale Fistel verschlossen und eine Verbindung zwischen den beiden Anteilen der Speiseröhre zur Herstellung der Kontinuität realisiert.

Bei der langstreckigen Form wird zunächst im Brustkorb nur die tracheoösophageale Fistel verschlossen. Um die Ernährbarkeit zu gewährleisten wird dann durch die Bauchdecke über einen minimalen Schnitt ein Katheter direkt in den Magen platziert (Gastrostomie).

Bei Vorliegen einer Tracheomalazie wird ggf. während der Operation der Speiseröhre im gleichen Eingriff eine dorsale Tracheopexie durchgeführt.

Besonders wichtig ist bei allen Kindern mit einer Ösophagusatresie von Anfang an den Schluck- und Saugreflex zu beüben und zu fördern. Dies erfolgt mithilfe unseres Physiotherapieteams mit speziellen Übungstechniken, in die auch die Eltern eingewiesen werden.

Nachsorge

Eine sorgfältige Nachsorge ist wichtig, um mögliche Langzeitfolgen wie Schluckprobleme oder Reflux frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Unser interdisziplinäres Team begleitet Ihr Kind langfristig, um eine bestmögliche Entwicklung zu gewährleisten.

Ihr Kontakt bei Fragen

Für Beratung oder weitere Informationen steht Ihnen unser Team der Kinderchirurgie am Klinikum Karlsruhe jederzeit gerne zur Verfügung. Wir begleiten Sie und Ihr Kind mit Fachkompetenz und Einfühlungsvermögen durch alle Behandlungsphasen.