Das Bild zeigt eine Untersuchung in der kinderchirurgischen Ambulanz.

Phimose/ Vorhautverengung

Was ist eine Phimose?

Bei einer Phimose ist die Vorhaut so eng, dass sie nicht oder nur schwer über die Eichel zurückgezogen werden kann.

Am häufigsten ist aber bei kleinen Kindern eine angeborene physiologische Vorhautverengung, die normal harmlos ist. In diesen Fällen ist keine Operation erforderlich.

Bei einer echten Phimose kommt es unter Umständen

  • zu wiederkehrenden Entzündungen der Vorhaut oder Eichel (sog. Balanoposthitis). Dies ist ein akut schmerzhafter Zustand mit Schmerzen oder starker Rötung/Schwellung in diesem Bereich. Eine notfallmäßige Vorstellung beim Kinderarzt oder in der Kindernotfallambulanz ist angeraten.
  • zu einer Ballonierung der Vorhaut beim Wasserlassen.
  • zu einer Veränderung des Harnstrahls oder sogar einem Harnstau.
     

Bei der Paraphimose kann eine ganz oder teilweise zurückgezogene Vorhaut plötzlich nicht mehr zurückziehbar sein und einklemmen. Es kommt zu einer zunehmenden Schwellung und Schmerzen – bei einem solchen Notfall sollte eine zeitnahe Vorstellung in der Kindernotallambulanz erfolgen.

Manchmal kann ein Buried Penis mit einer Phimose verwechselt werden.

Ursachen

Physiologisch: Verklebungen zwischen Vorhaut und Eichel bei Säuglingen und Kleinkindern.

Pathologisch: Narbenbildung nach mechanischen Manipulationen (forciertes Zurückziehen der Vorhaut beim kleinen Jungen), Entzündungen, wiederkehrende Infektionen oder Verletzungen.

Diagnose

Untersuchung durch den Kinderchirurgen:

  • Anamnese
  • klinische Begutachtung
  • gegebenenfalls Urinuntersuchung oder Abstrich bei Entzündung

Therapie

Konservative Behandlung

  • Beobachten: Bei Kindern ohne Beschwerden oft einfach abwarten und regelmäßig kontrollieren.
  • Hygiene: Kein gewaltsame Zurückziehen der Vorhaut; sanfte Reinigung der äußeren Vorhaut beim Duschen oder Baden ist ausreichend.
  • Topische (lokale) Steroidtherapie: Eine kortisonhaltige Salbe (nach ärztlicher Verordnung) kann über mehrere Wochen das Gewebe weicher machen und die Rückziehbarkeit verbessern.
     

Operative Behandlung

Falls konservative Maßnahmen nicht erfolgreich sind oder Komplikationen auftreten, können chirurgische Eingriffe empfohlen werden:

  • Vollständige Beschneidung (Zirkumzision) = vollständige Entfernung der Vorhaut.
  • Partielle Beschneidung oder Vorhauterweiterungsplastik als vorhaut-erhaltende Alternativen.
     

Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant unter altersgerechter Schmerz- und Narkoseversorgung.