Das Bild zeigt eine Untersuchung in der kinderchirurgischen Ambulanz.

Vesikoureteraler Reflux

Was ist ein Vesikoureteraler Reflux (VUR)?

Unter einem vesikoureteralen Reflux (VUR) versteht man das Zurückfließen des Urins von der Blase in die Nieren. Normalerweise ist dieser Rückfluss des Urins nicht möglich, da die Harnleiter einen besonderen Ventilmechanismus besitzen.

Bei Kindern ist ein VUR meist angeboren: Der Harnleiter mündet irregulär in der Harnblase, der Urin kann zurückfließen. Der VUR kann ein- oder beidseitig auftreten. Häufig wird ein VUR nach vorangegangenen Harnwegsinfekten durch eine Refluxprüfung (MCU oder MSU) diagnostiziert.

Innerhalb der ersten 12 bis 18 Lebensmonate besteht eine gewisse Chance, dass ein VUR sich noch komplett zurückbildet.

Ein VUR tritt bei etwa 1 Prozent der gesunden Kinder auf. Er kann in jedem Alter auftreten, also auch bei Neugeborenen. Mädchen sind häufiger betroffen.

Therapie

Abhängig vom Schweregrad kann unter antibiotischer Prophylaxe eine spontane Ausheilung, vor allem im ersten Lebensjahr, abgewartet werden. Bei fehlender Ausheilung oder bei Infekten trotz antibiotischer Prophylaxe ist ggf. eine operative Korrektur notwendig. Diese kann entweder minimal-invasiv endoskopisch (Injektion von Dextranomer/Hyaluronsäure) oder offen durch eine antirefluxive Harnleiter-Neueinpflanzung in die Harnblase erfolgen.