Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT) (bösartige Lebertumore/-metastasen)
Die Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT) ist ein lokales Verfahren zur Behandlung bösartiger Lebertumore. Über die Leiste wird ein Katheter durch die Blutgefäße in die Leber gelegt. Über diesen können kleine, radioaktiv markierte Kunstharz- oder Glaspartikel durchblutungsabhängig direkt im Lebertumor oder in Lebermetastasen platziert werden.
Der Betastrahler Yttrium-90 hat eine Reichweite von nur wenigen Millimetern. Dies ermöglicht eine gezielte Bestrahlung des Tumors, während das umliegende Lebergewebe geschont wird.
Der gezielte Transport der Kügelchen funktioniert, weil Tumor und Leber über unterschiedliche Blutsysteme versorgt werden: Das normale Lebergewebe wird hauptsächlich über die Pfortader durchblutet, der Tumor hingegen über die Leberarterie, durch die das radioaktive Material transportiert wird.
Therapieablauf
Eine SIRT-Therapie umfasst zwei stationäre Klinikaufenthalte. Beim ersten Aufenthalt (SIRT-Evaluation) wird eine Therapiesimulation mit einem diagnostischen Radiopharmakon durchgeführt. Direkt nach dem Eingriff und der Applikation des radioaktiven Materials erfolgt eine Bildgebung seiner Verteilung, die für die Planung der eigentlichen Therapie verwendet wird.
Hierfür werden Sie für eine Nacht stationär aufgenommen. Aufgrund der Katheteruntersuchung erhalten Sie einen Druckverband, der für mindestens sechs Stunden belassen werden muss.
Beim zweiten Aufenthalt wird die eigentliche SIRT-Therapie durchgeführt. Hierfür werden Sie für zwei Nächte stationär aufgenommen. Auch nach der SIRT müssen Sie mindestens sechs Stunden liegen und erhalten einen Druckverband, der erst am nächsten Tag abgenommen wird.
Am Tag nach dem Eingriff wird untersucht, ob die Verteilung der SIRT-Partikel planmäßig verlaufen ist. Hierfür wird eine PET/CT oder SPECT/CT durchgeführt.
Für die Nachsorge an unserem Klinikum werden typischerweise alle drei Monate ein Leber-MRT sowie Laborkontrollen durchgeführt.