Peptid-Radio-Rezeptor-Therapie (PRRT) (neuroendokrine Tumoren)
Die Peptid-Radio-Rezeptor-Therapie (PRRT) ist ein Verfahren zur gezielten Behandlung bösartiger neuroendokriner Tumore. Diese hormonbildenden Tumore entstehen aus Nervengewebe, häufig im Dünndarm oder in der Bauchspeicheldrüse.
Zielstruktur für das radioaktive Medikament sind sogenannte Somatostatin-Rezeptoren auf der Tumoroberfläche. Das mit radioaktivem Lutetium-177 markierte Medikament dockt selektiv an diesen Rezeptoren an, sodass eine unmittelbare Bestrahlung der Tumorzellen erfolgt.
Da die Strahlung nur wenige Millimeter weit reicht, wird das gesunde Gewebe in der Umgebung weitgehend geschont. Diese Therapie kann den Tumor nicht heilen, jedoch das Wachstum verlangsamen und Beschwerden lindern – beispielsweise indem die Hormonproduktion gedrosselt wird.
Therapieablauf
Für eine PRRT werden Sie für zwei Nächte stationär in unserer Klinik aufgenommen. Üblich sind vier bis sechs Therapiezyklen im Abstand von etwa acht bis zwölf Wochen.
Vor der Therapie wird eine Kanüle in die Armvene gelegt. Über diese wird über einen Zeitraum von vier bis fünf Stunden eine Eiweißlösung zum Nierenschutz verabreicht. Etwa eine Stunde nach Beginn der Nierenschutzinfusion wird das radioaktive Medikament über eine halbe Stunde infundiert – gegebenenfalls über einen zweiten Zugang.
Ein Teil der Strahlung des Lutetiums ist auch außerhalb des Körpers messbar. Dies ermöglicht einerseits sogenannte Dosimetriemessungen (ähnlich einer Szintigraphie), erfordert andererseits jedoch eine stationäre Unterbringung auf unserer Station für mindestens 48 Stunden. Während dieses Zeitraums darf die Station nicht verlassen werden, und Besuche sind nicht möglich.
Es wird empfohlen, während der gesamten Therapiezeit mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich zu nehmen, um die Ausscheidung überschüssigen Medikaments zu beschleunigen.
Im Rahmen der Dosimetrie wird die Anreicherung und Verteilung des Medikaments im gesamten Körper überprüft. Hierfür sind bis zu drei SPECT/CT-Aufnahmen erforderlich: Zwei davon werden während des stationären Aufenthalts durchgeführt, eine weitere ambulant nach der Therapie.
Nach der Entlassung sind – vergleichbar mit einer Chemotherapie – Kontrollen der Nierenwerte und des Blutbilds erforderlich. Ein entsprechender Vermerk findet sich in Ihrem Entlassungsbericht.