Die Hitzewelle in der Region Karlsruhe hat sich am Wochenende auch am Städtischen Klinikum Karlsruhe bemerkbar gemacht: In der Zentralen Notaufnahme wurden am Samstag insgesamt 191, am Sonntag 210 Menschen behandelt. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Wochenendtag werden in der Notaufnahme zwischen 150 und 170 Patientinnen und Patienten versorgt.
„Insbesondere in den Zeiten am Mittag und Nachmittag, in denen die Temperaturen am höchsten waren, hatten wir auch mehr Patientinnen und Patienten mit hitzebedingten Symptomen wie Kreislaufzusammenbrüche, Dehydrierung und Bewusstseinsstörungen“, bilanziert Dr. Björn Bergau, Leiter des Integrierten Notfallzentrums (INZ) am Klinikum Karlsruhe. „Auffällig war, dass wir in diesen Stoßzeiten viele kritisch Kranke zu versorgen hatten, die einen erhöhten Versorgungsaufwand, also mehr Zeit und mehr Personal, benötigen“, so Dr. Bergau. In vielen Fällen mussten Patientinnen und Patienten aufgrund der Schwere ihrer Beschwerden und der häuslichen Umstände stationär aufgenommen werden.
Außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen
Aufgrund des hohen Patienten- und Notfallaufkommens in der kurzen Zeit wurde am Wochenende von der Unteren Katastrophenschutzbehörde für den Rettungsdienstbereich Karlsruhe eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ ausgerufen. Diese ermöglicht bei Großlagen das zusätzliche Heranziehen von Einsatzkräften des Katastrophenschutzes. „Solche Szenarien sind Teil unserer Krankenhausalarm- und Einsatzplanung, auf die wir uns als Maximalversorger in der Region Karlsruhe regelmäßig vorbereiten. Dass wir auch unter solchen extremen Bedingungen unseren Versorgungsauftrag erfüllen können, verdanken wir dem Engagement unserer Mitarbeitenden am Klinikum Karlsruhe und der guten Zusammenarbeit mit der integrierten Leitstelle und dem gesamten Rettungsdienstbereich. Solche Situationen zeigen eindrücklich, wie wichtig die Daseinsvorsorge im Gesundheitswesen ist“, betonen die beiden Geschäftsführer des Klinikums Karlsruhe, Markus Heming (Kaufmännischer Geschäftsführer) und Prof. Dr. Dr. Martin Holderried (Medizinischer Geschäftsführer).
Neben dem medizinischen und pflegerischen Personal waren am Wochenende am Klinikum Karlsruhe auch verstärkt Mitarbeitende des Geschäftsbereichs Infrastruktur aus Küche und Logistik im Einsatz, die unter anderem dafür sorgten, dass die ganze Zeit über ausreichend Getränke für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und die Rettungsdienste zur Verfügung standen.
Hitze kann lebensgefährlich werden
Extreme Temperaturen können insbesondere für Risikogruppen wie ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder eine erhebliche Belastung für die Gesundheit darstellen. „Viele hitzebedingte Notfälle lassen sich vermeiden“, so Dr. Björn Bergau. „Wichtig ist, ausreichend zu trinken, körperliche Anstrengungen, wenn möglich, zu vermeiden oder in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte am besten ganz vermieden werden.“