Vier Jugendliche sitzen mit Handy in der Hand auf einer Mauer.

Medienkompass(Plus)

Medienkompass(Plus) ist unser innovatives medienpädagogisches Versorgungsangebot.

Mobile Endgeräte, Digitale Medien und soziale Netzwerke sind fester Bestandteil der Lebenswelt von Heranwachsenden und übernehmen zentrale Funktionen für u.a. Kommunikation, Identitätsentwicklung und Beziehungsgestaltung. Sie sind Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalisierten Welt.

Gleichzeitig gewinnen problematische Nutzungsmuster, exzessive Mediennutzung, negative digitale Phänomene wie u.a. Cybermobbing sowie krankheitsspezifische Einflüsse digitaler Inhalte zunehmend an Bedeutung für die Entwicklung junger Menschen. Der Umgang mit den Chancen und Risiken der digitalen Welt stellt eine neue Herausforderung und Entwicklungsaufgabe dar, der auch im Sinne eines ganzheitlichen kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgungssystems begegnet werden muss.

Kinder und Jugendliche sind Hochrisikogruppe

Insbesondere Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen zählen aufgrund krankheitsspezifischer Vulnerabilitäten zur Hochrisikogruppe für negative Einflüsse und dysfunktionaler Nutzung digitaler Medien. Soziale Vergleichsprozesse auf bild- und videobasierten Angeboten, problematische Online-Communities oder störungsspezifische Inhalte können zur Aufrechterhaltung beitragen und den therapeutischen Prozess behindern. 

Eine moderne kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung muss alltagsnah, lebensweltorientiert und anschlussfähig gestaltet sein, weshalb es unabdingbar ist, dass sie die digitale Lebenswelt der Patientinnen und Patienten berücksichtigt und in therapeutische Prozesse integriert wird.

An der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Karlsruhe haben wir daher ein innovatives, medienpädagogisches Gesamtkonzept entwickelt: Medienkompass(Plus).
 

Medienkompass(Plus) verbindet folgende Schwerpunkte:

  • Jugendmedienschutz
  • Medienkompetenzförderung
  • therapeutische Zielsetzung

Förderung statt Entzug

Im Gegensatz zu rein restriktiven Ansätzen steht dabei nicht der Entzug digitaler Medien, sondern die Förderung von Reflexionsfähigkeit, Selbststeuerung, selbstbestimmter Teilhabe und Medienkompetenzvermittlung im Vordergrund. Medienkompass(Plus) verfolgt das Ziel, Schutz, Befähigung und digitale Teilhabe nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Aufgaben zu verstehen und verbindet institutionelle Rahmenbedingungen mit ziel- und altersgruppenspezifischen medienpädagogischen Gruppenangeboten und einem Elternnachmittag zum Thema Medienerziehung.

Konzeptionsentwicklung und Ansprechpersonen

Das Bild zeigt ein Porträt von Julia Brandt

Julia Brandt

Sozialdienst Kinder- und Jugendpsychiatrie

B.A. Soziale Arbeit, Weiterbildung Medienpädagogik

Das Bild zeigt ein Porträt von Carina Fischer

Carina Fischer

Stationsleitung P18

B.Sc. Gesundheits- und Pflegewissenschaften