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Aufsichtsrat des Städtischen Klinikums Karlsruhe stimmt Schließung der Wäscherei unter Verzicht auf betriebsbedingten Kündigungen für Mitarbeitende zu

Bereits Ende 2015 hatte die Geschäftsführung des Klinikums die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wäscherei sowie den Aufsichtsrat über ihre Überlegungen informiert, die Wäscherei zu schließen und die Wäschereileistung künftig vergeben zu wollen. Dies unter der Voraussetzung, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.

Die Geschäftsführung hat alle Aspekte und Folgen einer Schließung der Wäscherei – auch die Fragen und Anregungen des Betriebsrates – unter enger Beteiligung des Betriebsrates erörtert und umfassend ausgearbeitet. Die Ergebnisse wurden im Aufsichtsrat erörtert. Nach Vorstellung der zugrundeliegenden wirtschaftlichen Analyse und Beratung hat der Aufsichtsrat des Klinikums am Dienstag der Schließung der Wäschereiversorgung zum langfristigen Erhalt des Klinikums frühestens zum 1.1.2017 zugestimmt unter dem Vorbehalt, dass keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Die endgültige Entscheidung trifft der gemeinderätliche Hauptausschuss im Juni.

Die Stadt Karlsruhe als Trägerin des Klinikums ist sich ihrer Verpflichtung als soziale Arbeitgeberin bewusst. Das Städtische Klinikum hat ein Konzept der Überleitung der betroffenen Mitarbeitenden erarbeitet. Alle Mitarbeitenden, die durch eine Umsetzung oder durch andere Maßnahmen von der Schließung der Wäscherei betroffen sind, werden durch ein externes Transfermanagement begleitet. Mit dieser individuellen Betreuung und Unterstützung im Veränderungsprozess möchte das Städtische Klinikum allen Mitarbeitenden den Übergang in neue Tätigkeiten erleichtern bzw. Hilfestellung und unterstützende Maßnahmen anbieten.

Die Umsetzung der unbefristeten Mitarbeitenden erfolgt nach intensiver Beratung mit den Mitarbeitenden, dem Betriebsrat, in Zusammenarbeit mit einem externen Transfermanagement und unter Berücksichtigung der bisherigen Bezahlung in der Wäscherei. Bei einer niedrigeren Bezahlung in anderen Bereichen wurde Gehaltssicherung bei gleichzeitiger Bereitschaft zur Weiterqualifizierung zugesichert. Für befristet Beschäftigte in anderen Bereichen erwartet das Klinikum, dass etwa 75% der Mitarbeitenden ein weiteres Beschäftigungsangebot unterbreitet werden kann.
Hintergrund für die Entscheidung des Aufsichtsrates sind die mittel- und langfristigen Konsolidierungsbemühungen des Klinikums mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe sowie der Region dauerhaft sicherstellen zu können. In diesem Rahmen prüft die Geschäftsführung des Klinikums alle Bereiche auf Wirtschaftlichkeitsreserven, um die Finanzierung in den nächsten Jahren bewältigen zu können. Dies auch vor dem Hintergrund des Neubauprojektes, das derzeit die zweitgrößte Baumaßnahme in der Stadt darstellt und mit modernen Neubauten die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Klinikums garantieren wird. Hier wurde gemeinsam mit den Mitarbeitenden schon viel erreicht. Gemeinderat und Stadt haben dem Klinikum in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel zur Unterstützung der Investitionen zukommen lassen. Der Businessplan sieht weitere Investitionen vor. Dennoch ist es unumgänglich, sukzessive Unternehmensbereiche auf ihre Wirtschaftlichkeit zu überprüfen und auch strukturelle Veränderungen vorzunehmen. Dies alles dient allein dem Erhalt des Klinikums als Maximalversorger für die Bevölkerung, Karlsruhe und der Region und damit auch dem Erhalt von über 4.000 Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst.

Eine umfassende Wirtschaftlichkeitsanalyse in Bezug auf die Wäscherei hat ergeben, dass die Betriebsgröße der Wäscherei einen wirtschaftlichen Betrieb im Vergleich zum Wettbewerb nicht zulässt. Dabei wurden neben dem Aspekt der Betriebskosten auch die in den nächsten 10 Jahren anstehenden Ersatzinvestitionen und die Kostenersparnis, die sich bei einer Unterbringung der Küche in den Räumlichkeiten der jetzigen Wäscherei darstellt, einbezogen. Damit zeigt sich eine vergleichbare Situation mit 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser, die aus diesem Grunde keine eigenen Wäschereien mehr betreiben.

Die Geschäftsführung hat zum wiederholten Male betont, dass allein wirtschaftliche Aspekte ausschlaggebend für die Entscheidung waren und die Qualität der Arbeit in der Wäscherei in keinem Zusammenhang damit stehe. „Wir haben die Entscheidung schweren Herzens getroffen und werden unserer soziale Verantwortung als Arbeitgeber gegenüber den betroffenen Mitarbeitenden umfassend nachkommen“, betont Markus Heming, Geschäftsführer des Klinikums.

Petra Geiger
Autor: Petra Geiger