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Innovatives Implantat zur Behandlung von Bauchaortenaneurysmen

Das Gefäßzentrum des Städtischen Klinikums Karlsruhe setzt seit kurzem ein neues Implantat bei der Behandlung von Aneurysmen im Bereich der Bauchschlagader ein.

Unter einem Bauchaortenaneurysma, abgekürzt BAA, versteht man eine krankhafte Aufweitung der Bauchschlagader. Ursächlich hierfür ist in den meisten Fällen eine Arteriosklerose, die in der Folge eine Wandschwäche im Bereich der Bauchschlagader nach sich zieht. Ab einer Größe von fünf Zentimetern geht ein BAA mit der Gefahr einer Ruptur und eines möglichen Verblutungstodes einher. Darum stehen rechtzeitiges Erkennen und Behandeln im Vordergrund.

Die Mehrzahl der Patienten wird seit vielen Jahren bei entsprechender Indikationsstellung mit so genannten „Stentgrafts“ versorgt. Diese werden bei einem minimalinvasiven Eingriff beidseits vermittels Leistenschnitt über die Beinschlagader unter Röntgenkontrolle eingebracht. Sie bewirken eine Verstärkung der geschwächten Aortenwand und verhindern das Reißen des Aneurysmas. Ebenso kann der Eingriff auch bei einer offenen Operation an der Bauchschlagader erfolgen. Allerdings kann dies mit einer höheren Komplikationsrate sowie stärkeren Schmerzen nach dem Eingriff einhergehen.

Seit kurzem setzt das Gefäßzentrum des Klinikums mit dem Altura-System eine völlig neu-artige Prothese zur Behandlung von Aneurysmen der Bauchschlagader ein. Das System erhielt zu Beginn des Jahres seine Zulassung für Deutschland. Es kommt derzeit nur in wenigen hochspezialisierten Zentren zum Einsatz. Im Klinikum wurden bereits sechs Patienten erfolgreich mit dem innovativen Implantat versorgt. Neben dem Gefäßzentrum in Karlsruhe gibt es lediglich zwei weitere Gefäßzentren in Bremen und Leipzig, die mehr als fünf Patienten in dieser Form behandelten.

Für den Patienten bringt die neue Methode viele Vorteile. Es werden durch die Haut, ohne Schnitte, zwei Röhren eingebracht, welche aufgrund ihrer D-förmigen Beschaffenheit gemeinsam eine zentrale kreisförmige Abdichtung im Bereich des Aneurysmas ermöglichen. Darüber hinaus wurde die erforderliche Verlängerung in die Beckengefäße durch einen völlig neuartigen Mechanismus vereinfacht. Die Eingriffs- und Durchleuchtungszeit verkürzt sich dadurch deutlich, aufwändige Messverfahren entfallen und der Patient ist nach dem Eingriff praktisch schmerzfrei.

Videodemonstration

Petra Geiger
Autor: Petra Geiger