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Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie freut sich über neuen Snoezel-Raum

Spender aus der Region haben das Therapieangebot mit fast 14.000 Euro möglich gemacht

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Städtischen Klinikum Karlsruhe bietet ihren Patienten künftig ein zusätzliches Therapieangebot. Im so genannten Snoezel-Raum entspannen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Problemen und Schwierigkeiten mithilfe von Licht- und Klangeffekten. Möglich gemacht haben das Angebot viele Spender, mit deren Unterstützung die Material- und Einbaukosten von ca. 13.700 Euro zusammenkamen. Das Klinikum Karlsruhe übernahm die Kosten für die vorbereitende Elektronikinstallation. Zur Spendenübergabe machten sich Rüdiger Hirsch, Vorstand des Vereins Willensweg, Geschäftsführer Markus Heming und Mitarbeitende der Psychiatrischen Kliniken ein Bild von dem neuen Angebot.

„Die Impulse im Snoezel-Raum regen unter anderem die Wahrnehmungsprozesse sowie die emotionale und interaktive Seite der Kinder und Jugendlichen an“, erklärt Klinikchef Meike Bottlender. „Ich bin sehr froh, dass wir das Projekt dank unserer Unterstützer so schnell umsetzen konnten.“ Rüdiger Hirsch engagiert sich über den Verein Willensweg bereits seit mehreren Jahren für die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie: „Gerade Kinder in scheinbar ausweglosen Situationen haben unsere Hilfe nötig.“ Für den Snoezel-Raum steuerte Willensweg 5.000 Euro bei. Die evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde hatte 2018 bei Flohmärkten 2.000 Euro für das Projekt eingenommen. Auch Rainer Scharinger vom Fußball-Benefiz-Projekt „Scharinger & Friends“ unterstützt die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie schon lange.

Als nächstes Projekt wollen Bottlender und sein Team einen Freizeitraum für die Kinder und Jugendlichen einrichten sowie ein Videolabor im Spieltherapiezimmer der Tagesklinik aufbauen. „Zur Diagnostik und Behandlung von verschiedenen Problemen – gerade bei Klein- und Vorschulkindern – kann eine videogestützte Untersuchung die Interaktion zwischen Kind und Bezugspersonen deutlich verbessern“, sagt der Chefarzt. „Durch die Interaktionsanalyse können beide Seiten ihr Verhalten zielgerichtet verändern.“ Das Videolabor bietet die Möglichkeit, moderne videogestützte Diagnostik- und Therapieverfahren zu etablieren. Die Gesamtkosten dieses Projekts schätzt Bottlender auf rund 20.000 Euro: „Auch hier sind Spenden herzlich willkommen“.

Hintergrundinformationen:

Der Begriff entstammt dem niederländischen "snuffelen" (riechen) und "doezelen" (dösen). Es handelt sich um einen ruhigen Raum, der durch Klänge, visuelle Projektionen und Ruhebereiche Entspannung ermöglicht, einzeln, mit Eltern oder in der Gruppe. Durch die steuerbaren multisensorischen Reize werden Wahrnehmungsprozesse (Körper- und Eigenwahrnehmung) sowie die emotionale- und interaktive Seite (soziale Wahrnehmung, soziale Kompetenz und Ausdrucksfähigkeit) der Kinder und Jugendlichen angeregt. Behandlungsansätze werden aus der Selbstwahrnehmung der Patienten sowie deren Gedanken- und Gefühlszuständen abgeleitet.

Personen v.l.n.r.: Rüdiger Hirsch, Sylke Jäckle, Meike Bottlender, Markus Heming, Prof. Michael Berner

Oliver Stilz
Autor: Oliver Stilz