Presse, Neuigkeiten

Pressegespräche Corona-Pandemie

22. Januar Aktuelle Lageeinschätzung

Interviewpartner

  • Prof. Dr. med. Michael Geißler, Geschäftsführer
  • Prof. Dr. med. Martin Bentz, Klinikdirektor Medizinische Klinik III
  • Josef Hug, Pflegedirektor und Prokurist


Themenschwerpunkte

  • Einschätzung zur Lage bundesweit
  • Einschätzung zur Lage in der Region, in den anderen Kliniken und im Klinikum Karlsruhe
  • Aktuelle Personalsituation im Klinikum Karlsruhe
  • Stand der Impfungen unter den Mitarbeitenden

 

Einschätzung zur Lage bundesweit

Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken aktuell in den meisten Bundesländern die Fallzahlen leicht. Die Zahl der Verstorbenen bewegt sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

Am 21. Januar wurden dem RKI 17.862Corona-Neuinfektionen gemeldet. 859 Menschen sind seit dem Vortag verstorben. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 115.

Zu Gast in der Bundespressekonferenz spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. Januar von einer sehr schwierigen Phase der Pandemie. Ihrer Einschätzung zufolge zeigt sich ein gespaltenes Bild: Einerseits ist die tägliche Anzahl an Neuinfektionen sowie die Anzahl intensivpflichtiger Patienten leicht rückläufig, was sehr positiv ist und zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen greifen und Wirkung zeigen. Andererseits ist die Zahl der Verstorben nach wie vor erschreckend hoch und es drohe aufgrund der britischen und afrikanischen Virus-Mutationen die Gefahr eines erneuten Anstiegs der Infektionszahlen. Die aktuellen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das mutierte Virus um ein vielfaches ansteckender und auch eine Hauptursache für den rasanten Anstieg der Fallzahlen in Großbritannien und Irland ist. „Das müssen wir sehr ernst nehmen. Die Ausbreitung muss verlangsamt werden, um eine dritte Welle zu verhindern. Es ist noch etwas Zeit, der Gefahr, die in dem mutierten Virus steckt, vorzubeugen“, so Merkel. Die aktuell von Bund und Länder in dieser Woche getroffenen Entscheidungen dienten deshalb der Vorsorge.

Einschätzung der Lage in der Region und im Klinikum Karlsruhe

7- Tage Inzidenz Karlsruhe Stadt 71,5 und Landkreis Karlsruhe 92,3 (Stand 21.01.2021)
Corona-Portal Karlsruhe 

Der Rückgang der Infektionszahlen, der sich insbesondere auch in der 7-Tages Inzidenz für Stadt und Landkreis widerspiegelt, führt aktuell zu einer Entlastung des Gesundheitsamtes. Auch die Eintragungen in stationären Pflegeeinrichtungen sind leicht rückläufig. Es werden weiter sinkende Infektionszahlen erwartet.

Nach Angaben des Verwaltungsstabs der Stadt Karlsruhe ist die Auslastung der Karlsruher Kliniken im Bereich der Covid-Normalstationen rückläufig und die der Intensivstationen weiterhin hoch. Es wird ins Auge gefasst, den klinischen Normalbetrieb langsam wieder hochzufahren.

Der Trend der letzten Woche setzt sich auch diese Woche im Städtischen Klinikum Karlsruhe weiter fort. Die Auslastung im Bereich der COVID-Normalstationen ist erneut rückläufig, während die Auslastung auf der COVID-Intensivstation weiterhin hoch ist. Sofern sich die Pandemielage weiterhin stabilisiert, strebt die Einsatzleitung des Klinikums ab dem 1. Februar an, alle Bereiche bis auf die Intensivstationen und Operationsbereiche auf Pandemiestufe 1 herunterzusetzen und den klinischen Normalbetrieb langsam wieder hochzufahren.

Die konservativen klinischen Fachabteilungen werden dann das Elektiv-Programm sowie den Ambulanzbetrieb wieder aufnehmen.

Für den Intensivbereich und die Operationseinheiten gilt nach wie vor Pandemiestufe 3. Dies wird vermutlich noch ein bis zwei Wochen so bleiben. Die Planung der weiteren OP-Kapazitäten ist deshalb abhängig vom weiteren Pandemieverlauf und der Anzahl schwerer Krankheitsverläufe.

Tagesaktuelle Situation im Klinikum Karlsruhe
Aktuelle Fallzahlen

Aktuelle Personalsituation

Zum aktuellen Zeitpunkt sind 31 Mitarbeitende im Klinikum Karlsruhe positiv auf SARS-CoV-2 getestet und unterliegen einem durch das Gesundheitsamt erteilten Beschäftigungsverbot.

Im Bereich des Pflege- und Funktionsdienstes fallen aktuell insgesamt rund 150 Mitarbeitende durch Krankheit, Quarantäne oder Beschäftigungsverbot aus. Davon befinden sich rund 37 Mitarbeitende in Quarantäne oder im Beschäftigungsverbot.

Das Personal in den COVID-Bereichen arbeitet nach wie vor mit sehr hoher Belastungsintensität.

Stand der Impfungen unter den Mitarbeitenden

Anhand eines Verteilungsplans werden seit der Inbetriebnahme des Impfzentrums Messe Karlsruhe Beschäftigte von Pflegeheimen und Kliniken der Region im ZIZ geimpft. Bei der Auswahl der zu impfenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hält sich das Klinikum strikt an die Regeln der Coronavirus-Impfverordnung - CoronaImpfV.

Aktuell bemüht sich das Klinikum um weitere Zeitfenster im zentralen Impfzentrum in der Messe Karlsruhe (ZIZ), so dass bis Ende Januar alle Mitarbeitende geimpft werden können, die gemäß der Priorisierung „Schutzimpfungen mit höchster Priorität“ einen Anspruch darauf haben.

Petra Geiger
Autor: Petra Geiger