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Strategien zur Rauchentwöhnung – Welche Rolle spielen E-Zigaretten?

Beim 2. Karlsruher Präventionsgespräch des Klinikums Karlsruhe diskutieren Expertinnen und Experten online über den Risikofaktor Zigarettenrauchen und Wege aus der Sucht

Auch wenn die klassische Verbrennungs-Zigarette in den vergangenen Jahren unter Jugendlichen deutlich an Reiz verloren hat, rauchen in Deutschland noch immer rund 14 Millionen Menschen oder fast 24 Prozent aller Erwachsenen. Dabei ist der Zigarettenkonsum hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko für Herzkreislauferkrankungen, der Todesursache Nr. 1.

Um für die Gefahren des Zigaretten-Rauchens zu sensibilisieren und Wege aus der Sucht aufzuzeigen, lädt das Städtische Klinikum Karlsruhe am 3.2.2021 zum 2. Karlsruher Präventionsgespräch ein. Die Veranstaltung, die wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr online stattfindet, richtet sich an Fachleute und Laien gleichermaßen. Renommierte Expertinnen und Experten stellen in Impulsvorträgen den aktuellen Forschungsstand vor und diskutieren anschließend am virtuellen runden Tisch.

Schirmherrin Bettina Lisbach, Bürgermeisterin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Karlsruhe und Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, hebt die gesellschafts- und gesundheitspolitische Bedeutung des Rauchens hervor: „Im vergangenen Jahr gab es in den Ausschüssen des Bundestags zwei Anhörungen zum längst überfälligen Werbeverbot für Tabakprodukte und zur Besteuerung von tabakfreien E-Zigaretten. Ich erwarte mir auch von dieser Veranstaltung eine facettenreiche und lebhafte Diskussion.“

Moderiert wird der 2. Karlsruher Präventionstag von Prof. Martin Storck, Direktor der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie am Klinikum Karlsruhe. „Gerade die Fragen, inwieweit E-Zigaretten und Tabakerhitzer ein Mittel zur Zigarettenentwöhnung und das ‚kleinere Übel‘ gegenüber dem Weiterrauchen sein können, bedürfen weiterer intensiver klinischer Forschung“, sagt Storck. „Die aktuelle Leitlinie ist diesbezüglich nicht schlüssig, unser hochkarätig besetzter Expertenkreis wird den Zuschauerinnen und Zuschauern sicherlich einen guten Überblick geben können.“ Live vor Ort im Studio ist neben Prof. Storck auch Prof. Knut Kröger, Chefarzt der Klinik für Angiologie im Helios Klinikum Krefeld. Er spricht über die Auswirkungen des Rauchens auf das Herz-Kreislaufsystem und den Nutzen von E-Zigaretten bei der Rauchentwöhnung.

Die Rauchentwöhnung aus suchmedizinischer Sicht beleuchtet Priv. Doz. Tobias Rüther, u.a. Leiter der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist ebenso per Video zugeschaltet wie Prof. Ute Mons, Spezialistin für Kardiovaskuläre Epidemiologie des Alterns im Herzzentrum der Universitätsklinik Köln und Mitarbeiterin des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg. Sie spricht über die Rolle der E-Zigarette im Rahmen einer europaweiten Krebsprävention, welches kürzlich im EU-Parlament diskutiert wurde. Dr. Elke Pieper vom Bundesamt für Risikobewertung stellt die reduzierte Schadstoffbelastung von E-Zigaretten bzw. Tabakerhitzern der Tabakverbrennung gegenüber, und der Berliner Pneumologe Dr. Thomas Hering setzt sich mit der Frage auseinander, ob E-Zigaretten bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ein „No Go“ sind oder immerhin besser als das Festhalten an herkömmlichen Zigaretten.

Das 2. Karlsruher Präventionsgespräch findet am 3. Februar live zwischen 15:30 und 17:00 Uhr statt und ist ab diesem Zeitpunkt online über den YouTube-Kanal des Klinikums abrufbar.

Autor: Oliver Stilz