Presse, Neuigkeiten

Pressegespräch Corona-Pandemie

Lageeinschätzung am 12. Februar

Interviewpartner

  • Prof. Dr. med. Michael Geißler, Geschäftsführer
  • Prof. Dr. med. Martin Bentz, Klinikdirektor Medizinische Klinik III
  • Josef Hug, Pflegedirektor und Prokurist
  • Elvira Schneider, Pflegedirektorin

 

Themenschwerpunkte

  • Einschätzung zur Lage bundesweit
  • Einschätzung zur Lage in der Region und im Klinikum Karlsruhe
  • Aktuelle Personalsituation im Klinikum Karlsruhe
  • Impfen im Klinikum

 

Einschätzung zur Lage bundesweit

Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen seit Mitte Januar. Der 7-Tage-R-Wert liegt seit der zweiten Januarwoche konstant unter 1. Trotz aktuell sinkender Fallzahlen besteht durch das Auftreten verschiedener Virusvarianten ein erhöhtes Risiko einer erneuten Zunahme der Fallzahlen.

Am 12. Februar wurden dem RKI 9.860 Fälle gemeldet. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 62 und es wurden dem RKI 556 Todesfälle in Zusammenhang mit einer COVID 19-Erkrankung gemeldet.

Einschätzung der Lage in der Region und im Klinikum Karlsruhe

7- Tage Inzidenz Karlsruhe Stadt 44,9 und Landkreis Karlsruhe 64,3 (Stand 11.02.2021)
Corona-Portal Karlsruhe

Während die 7-Tage-Inzidenz im Stadt- und Landkreis Karlsruhe in den vergangenen Tagen weiter zurückgeht, stagniert die Zahl der an COVID-19 erkrankten Patienten im Klinikum Karlsruhe seit der Vorwoche. Die Auslastung auf der COVID-Intensivstation ist unverändert hoch.

Aktuell befindet sich das Klinikum in Pandemiestufe 3.

Das Klinikum Karlsruhe trifft seit Ende Januar die Vorkehrungen, alle Patienten mit einer neu diagnostizierten SARS-CoV-2 Infektion auf das Vorhandensein von kritischen Virusvarianten zu untersuchen. Zu den sogenannten Variants of Concern (VOC) zählen derzeit die britische (B.1.1.7), die südafrikanische (B1.351) und die brasilianische (B1.1.28) Virusvariante.

Zur Detektion einer Virusvariante führt die Abteilung für Mikrobiologe und Krankenhaushygiene des Klinikums bei einem SARS-CoV2 positiven PCR-Test einen zweiten PCR-Test durch, mit dem bestimmte Marker-Mutationen nachgewiesen werden können. Primär wird geprüft, ob die Mutation N501Y vorliegt. Wird diese Mutation zusammen mit einer sog. Deletion del 69-70 nachgewiesen, handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um die britische Variante. Wird „nur“ die Mutation N501Y nachgewiesen, kann die südafrikanische oder die brasilianische Virusvariante vorliegen. Zur deren Differenzierung sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Bislang konnten im Klinikum Karlsruhe ein Patient und eine Mitarbeiterin mit der britischen Virusvariante identifiziert werden, bei einem weiteren Patienten könnte die südafrikanische oder die brasilianische Variante vorliegen.

Auffällige Untersuchungsergebnisse lassen wir in Zusammenarbeit mit Institut für Virologie der Universität Freiburg mittels einer Vollgenomsequenzierung abklären. Diese ermöglicht eine Analyse des gesamten Genoms des SARS-CoV-2 Virus.

Zudem werden entsprechend der Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit ca. 5 Prozent aller neuen positiven Proben zur Vollgenomsequenzierung an die Virologie der Universität Freiburg weitergeleitet.

Neben der seit der 1. Welle 2020 geltenden strikten Trennung in ein COVID- und non-COVID Krankenhaus sind im COVID-Bereich daher weitere organisatorische Vorkehrungen getroffen worden, um Patienten mit Coronavirus-Mutationen (Variants of Concern) bzw. Verdacht auf solche von den anderen SARS-CoV-2 Patienten zu isolieren.

Tagesaktuelle Situation im Klinikum Karlsruhe

Aktuelle Personalsituation

Zum aktuellen Zeitpunkt sind 17 Mitarbeitende im Klinikum Karlsruhe positiv auf SARS-CoV-2 getestet und unterliegen einem durch das Gesundheitsamt erteilten Beschäftigungsverbot.

Im Bereich des Pflege- und Funktionsdienstes fallen aktuell insgesamt 105 Mitarbeitende durch Krankheit, Quarantäne oder Beschäftigungsverbot aus. Davon befinden sich 41 Mitarbeitende in Quarantäne oder im Beschäftigungsverbot.

Impfen im Klinikum

Montag und Dienstag kommender Woche können weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums im ZIZ geimpft werden, die gemäß der Priorisierung „Schutzimpfungen mit höchster Priorität“ einen Anspruch darauf haben. Danach sind alle Mitarbeitenden der höchsten Prioritätstufe geimpft.

 

Petra Geiger
Autor: Petra Geiger