Presse, Neuigkeiten

Pressegespräch Corona-Pandemie

Lageeinschätzung am 26. März

Interviewpartner

  • Prof. Dr. med. Michael Geißler, Geschäftsführer
  • Prof. Dr. med. Martin Bentz, Klinikdirektor Medizinische Klinik III
  • Elvira Schneider, Pflegedirektorin
     

Themenschwerpunkte

  • Einschätzung zur Lage bundesweit
  • Einschätzung zur Lage in der Region und im Klinikum Karlsruhe
  • Aktuelle Situation im Klinikum Karlsruhe
     

Einschätzung zur Lage bundesweit

Die Zahl der Neuinfektionen steigt bundesweit weiter an. Das Geschehen ist nicht regional begrenzt, die Anzahl der Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100/100.000 Einwohner nimmt ebenfalls deutlich zu. Etwa seit dem 10. März hat sich der Anstieg der Fallzahlen beschleunigt. Der 7-Tage-R-Wert lag seit Anfang März 2021 über 1 und liegt derzeit um 1. Die COVID-19-Fallzahlen steigen in allen Altersgruppen wieder an, besonders stark jedoch bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen. Auch bei den über 80-Jährigen hat sich der wochenlang abnehmende Trend nicht fortgesetzt. Beim Großteil der Fälle ist der Infektionsort nicht bekannt. COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen momentan insbesondere private Haushalte, zunehmend auch Kitas, Schulen und das berufliche Umfeld, während die Anzahl der Ausbrüche in Alters-und Pflegeheimen abgenommen hat.

Die britische Variante VOC B.1.1.7 ist zwischenzeitlich die dominierende SARS-CoV-2-Variante in Deutschland. Das ist besorgniserregend, weil B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender als andere Varianten ist. Die Analyse der 7-Tagesinzidenzen der letzten Wochen zeigen einen exponentiell ansteigenden Trend der 7-Tages Inzidenz der VOC B.1.1.7. Auf Grund des hohen Anteils von B.1.1.7 ist weiterhin mit einem exponentiellen Anstieg der COVID-19 Fälle in Deutschland zu rechnen.

Am 26. März wurden dem RKI insgesamt 21.573 Neuinfektionen gemeldet. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg auf 119. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit einer COVID 19-Erkrankung lag bei 183. Vor einer Woche am 19. März lag die tägliche Zahl an Neuinfektionen noch bei 17.482 und die 7-Tage-Inzidenz bei 95,6.

Einschätzung der Lage in der Region und im Klinikum Karlsruhe

7-Tage-Inzidenz Karlsruhe Stadt 81,7 und Landkreis Karlsruhe 111,7 (Stand 26.03.2021)

Corona-Portal Karlsruhe

Der steigende Trend der Infektionszahlen setzt sich fort. In den letzten Tagen ist ein minimaler Rückgang der Neuinfektionen im Stadtkreis Karlsruhe zu beobachten. Ein nachhaltiger Rückgang des Infektionsgeschehens lässt sich daraus nicht ableiten.

Städtisches Klinikum Karlsruhe befindet sich weiterhin in der Pandemiestufe 3

Wie prognostiziert, steigt die Auslastung auf den COVID-Allgemeinstationen wie auch im COVID-Intensivbereich weiter an. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung ist davon auszugehen, dass die Fallzahlen Ende April das Niveau der Weihnachtszeit erreichen.

Auch setzt sich der letzte Woche berichtete Trend fort, dass die stationär behandelten Corona-Patienten zunehmend jünger werden. Bei schweren Krankheitsverläufen ist in diesen Altersgruppen mit längeren Liege- und Beatmungszeiten auf der Intensivstation sowie insgesamt längeren Behandlungszeiträumen zu rechnen.

Die bei Kindern und Jugendlichen stark zunehmenden Fallzahlen werden mit Sorge beobachtet. Die Erkrankten bedürfen in der Regel keiner stationären Krankenhausbehandlung, allerdings sind sie zunehmend an Übertragungen und Ausbruchsgeschehen beteiligt.

Tagesaktuelle Situation im Klinikum Karlsruhe

Fallzahlen Klinikum Karlsruhe

Ambulante und stationäre Termine bleiben am 1.4. bestehen

Der Bund-Länder-Beschluss vom Wochenbeginn sorgte bei Patienten und Mitarbeitenden gleichermaßen für Verunsicherungen und ging mit vielen Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger einher, die für den 1. April ambulante oder stationäre Termine geplant hatten. Die Termine können alle, wie vereinbart, wahrgenommen werden.

Aktuelle Personalsituation

Derzeit sind 15 Mitarbeitende im Klinikum Karlsruhe positiv auf SARS-CoV-2 getestet und unterliegen einem durch das Gesundheitsamt erteilten Beschäftigungsverbot.

Im Bereich des Pflege- und Funktionsdienstes fallen aktuell insgesamt rund 150 Mitarbeitende durch Krankheit, Quarantäne oder Beschäftigungsverbot aus. Davon befinden sich 43 Mitarbeitende in Quarantäne oder im Beschäftigungsverbot.

Autor: Oliver Stilz