Visite mit Prof. Dunsche

Herzlich willkommen

Das Spaltzentrum Karlsruhe besteht seit 2003 und zählt zu den größten Zentren in Deutschland.

Lippen-, Kiefer-, Gaumen-, Segelspalten

Bei Lippen-, Kiefer-, Gaumen-, Segelspalten (LKGS-Spalten) bleibt die Vereinigung der an der Gesichtsbildung beteiligten Abschnitte in der frühen Schwangerschaft aus. Häufig liegen Fehlbildungen an mehreren Geweben wie Haut, Muskeln oder Knochen vor.

operative Behandlung im Spaltzentrum

Unser Behandlungskonzept

Die Behandlung erfolgt durch ein erfahrenes, aus mehreren Fachdisziplinen zusammengesetztes Team. Sie beginnt direkt nach der Geburt und endet erst im Erwachsenenalter. Die einzelnen Behandlungsschritte werden aufeinander abgestimmt und folgen einem individuell geplanten Ablauf.

Beratungsgespräch Spaltzentrum

Teamwork

Wir wollen Ihnen helfen, die ersten Hürden zu überwinden sowie Sicherheit und das nötige Wissen zu erlangen, um Ihr Kind auf seinem Weg erfolgreich unterstützen und fördern zu können.

Anpassung Gaumenplatte

Gaumenplatte

Die Anpassung einer Gaumenplatte möglichst früh nach der Geburt bewirkt eine Verbesserung der Nahrungsaufnahme und eine physiologische Trennung von Mund und Nase. Sie ist gleichzeitig eine kieferorthopädische Frühmaßnahme zur Einstellung der Kiefersegmente und unterstützt die normale Lage und Funktion der Zunge.

Fragen zu den Behandlungsschritten

Sie haben viele Fragen rund um das Behandlungskonzept. Wir haben Ihnen Antworten zu häufigen Fragestellungen zusammengestellt.

Spaltzentrum

Telefonnummer 0721 974-4260
Faxnummer
0721 974-7981
E-Mail-Adresse
Klinikgebäude Haus S, Moltkestraße 90

Interdisziplinäres Behandlungsteam

Die Behandlung erfolgt durch ein erfahrenes, aus mehreren Fachdisziplinen zusammengesetztes Team.

Sie beginnt direkt nach der Geburt und endet erst im Erwachsenenalter.

Die einzelnen Behandlungsschritte werden aufeinander abgestimmt und folgen einem individuell geplanten Ablauf.

Normales Sprechen und voraussetzend dafür gutes Hören sind die wichtigsten Behandlungsziele. Die Wiederherstellung und Optimierung physiologischer orofazialer Funktionen ist die Basis für das Erreichen einer ansprechenden Ästhetik und einer guten Kaufunktion.

An der Behandlung beteiligte Kliniken und Bereiche

  • Koordination der Behandlungsabläufe, Zusammenarbeit mit den anderen Mitgliedern des interdisziplinären Teams im Rahmen der Spaltsprechstunde und in der Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten und Therapeuten
  • Ausführliche Information der Eltern über die Fehlbildung, deren Folgen und die Behandlungsmöglichkeiten
  • Untersuchung der Neugeborenen, Diagnose und Erstellung eines Behandlungsplans bei der Erstvorstellung
  • Planung der Operationszeitpunkte und Koordination der Vorbereitungen
  • Durchführung der Operationen im Zentrum für Kinder und Frauen
  • Postoperative Versorgung durch regelmäßige Visiten auf den Stationen im Zentrum für Kinder und Frauen
  • Intervallbehandlung zwischen den Operationen, Planung der weiteren Behandlungsschritte in der Spaltsprechstunde

Die Ernährung des Kindes beschäftigt in den ersten Tagen nach der Geburt Eltern, betreuende Ärzte und Hebammen gleichermaßen.

Das Neugeborene hat häufig Schwierigkeiten, an der Mutterbrust zu saugen.

Aber auch die Ernährung über Hilfsmittel wie Brusternährungsset, Fingerfeeder oder Sauger erfordert sehr viel Kraft, Geduld und Erfahrung.

Ulrike Eggers, Logopädin, Iris Malchow, Castillo-Morales-Therapeutin und Karina Lohrer, Still- und Lactationsberaterin, unterstützen die Eltern in dieser Situation.

Sie beurteilen die individuellen Fähigkeiten des Kindes, und geben praktische Anleitungen sowie wertvolle Tipps zur Ernährung.

Die Orofaziale Regulationstherapie nach Castillo Morales, die von Ulrike Eggers (Logopädin) und Iris Malchow (Ergotherapeutin) angewandt wird, bewirkt eine Stärkung der Muskulatur im Gesichtsbereich, speziell der Muskeln, die beim Saugen und Schlucken benötigt werden.

Die Ängste und Nöte der Eltern und Betroffenen werden am besten von Menschen nachempfunden, die selbst diese Situation erlebt haben.

So hat sich im Laufe der Zeit am Städtischen Klinikum Karlsruhe eine Gruppe von Eltern gebildet, die sich bereit erklärt haben, Fragen zu beantworten, praktische Tipps und Hilfestellung zu geben sowie Kontakte zu weiteren Betroffenen zu vermitteln. 

Sie bauen eine Brücke zwischen Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten auf der einen Seite sowie Eltern und Betroffenen auf der anderen Seite.

Karina Lohrer ist Ärztin und seit Januar 2006 organisatorische Leiterin des Spaltzentrums. Sie ist Mutter eines Kindes mit einer Gaumenspalte.

Ulrike Eggers ist Logopädin mit Ausbildung in orofazialer Regulationstherapie nach Castillo Morales. Iris Malchow ist Ergotherapeutin und Castillo-Morales-Therapeutin. Beide wirken als ständige Mitglieder des Teams in der Spaltsprechstunde sowie in der Beratung, Betreuung und Behandlung der Betroffenen mit.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind

  • Plattentherapie
  • Stillberatung und Trinktraining
  • Handling und funktionelles Alignement
  • Muskelfunktionsprüfung sowie orofaziale und myofunktionelle Therapie, Stimulationsplattenbehandlung
  • Frühförderung zur Unterstützung des Stimmklangs, der Sprech- und Sprachentwicklung, Elternberatung
  • Schluck-, Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie (z.B. bei spalttypischen Artikulationsstörungen, bei myofunktionellen Störungen, bei Rhinophonien, etc.)

Phoniatrie und Pädaudiologie sind die medizinischen Fachgebiete, die für Stimm-, Sprach- und Schluckstörungen, sowie kindliche Hörstörungen zuständig sind.

Damit auch die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes möglichst normal verläuft, ist es wichtig, bereits in den ersten Monaten das Hörvermögen zu untersuchen. Bei Kindern mit einer Gaumen-Segelspalte kommt es häufig zu Hörstörungen durch Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenerguss).

Normalerweise befindet sich im Mittelohr Luft, die über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) dorthin gelangt. Die Ohrtrompete wird durch Schlucken oder Gähnen für den Druckausgleich geöffnet.

Wenn bei einer Spaltbildung auch das Gaumensegel betroffen ist, kann die Ohrtrompete beim Schlucken nicht so gut geöffnet werden, da die Muskulatur im Gaumensegel nicht zusammengewachsen ist. Die in Folge dessen angesammelte Flüssigkeit im Mittelohr dämpft die Schallübertragung und vermindert so das Hörvermögen ähnlich stark wie etwa ein Ohrpfropfen.

Hörstörungen, die über mehrere Monate bestehen, können sich auf die Sprachentwicklung auswirken.

Um festzustellen, ob Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ist, untersucht man die Ohren mit einem Ohrmikroskop. Zusätzlich werden bei einer Hörprüfung die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells und die Hörschwelle untersucht.

Zur Behandlung eines Paukenergusses ist in der Regel ein operativer Eingriff erforderlich, der meistens zusammen mit der kieferchirurgischen Operation durchgeführt werden kann. Man macht dabei einen kleinen Schnitt in das Trommelfell, saugt die Flüssigkeit ab und setzt ein kleines Röhrchen (Paukenröhrchen) ein, damit zukünftig Luft von außen in das Mittelohr gelangen kann.

Nach dem Eingriff ist das Hörvermögen meist sofort normalisiert. Im weiteren Verlauf wird das Hörvermögen im Rahmen der Spaltsprechstunde oder bei einem HNO Arzt vor Ort regelmäßig kontrolliert.

Zu den Aufgaben der Abteilung gehört auch die Beurteilung der Sprachentwicklung und der Gaumensegelfunktion.

Diese Abteilung ist für die Sicherheit und Schmerzfreiheit Ihres Kindes vor, während und nach den Operationen verantwortlich.

Das Kind wird beim Vorbereitungstermin für die Operation, meistens am Freitag vor der geplanten Operation, von einem Anästhesisten untersucht, die Eltern werden über die Narkose und die Vorbereitungen für die Operation informiert.

Ein Elternteil darf am Operationstag das Kind in den Vorbereitungsraum begleiten und bei ihm bleiben, bis es einschläft.

Nach der Operation dürfen Sie Ihr Kind im Aufwachraum kurz besuchen, sobald dies möglich ist.

Die weitere Behandlung erfolgt auf Station, wo das Kind mit einer Schmerzpumpe versorgt wird. Dies ist eine sehr sichere und wirkungsvolle Methode zur Schmerzbehandlung, bei der Eltern und betreuende Pflegekräfte den Zeitpunkt der Schmerzmittelgabe per Knopfdruck selbst bestimmen können. Die Kinder haben dadurch in den Stunden nach der Operation weniger Schmerzen, sie sind sehr viel ruhiger und schlafen besser. Unsere Klinik ist landesweit Vorreiter mit dieser Methode der Schmerzbehandlung.

Das Zentrum für Kinder und Frauen am Städtischen Klinikum Karlsruhe verfügt über eine modern und patientenorientiert ausgestattete Geburtsabteilung unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Müller.

Hier werden bei einer Risikoschwangerschaft Ultraschalluntersuchungen zur Feststellung von angeborenen Fehlbildungen gemacht.

Weitere geschätzte Partner im ambulanten Bereich sind die Gemeinschaftspraxis von Mark Gleichauf und Dr. med. Christine Jung in Karlsruhe und die Praxis von Prof. Dr. med. Jörn Siemer in Baden-Baden, die sich auf Risikoschwangerschaften und Genetik spezialisiert haben.

In dieser Abteilung werden die Neugeborenen in den ersten Tagen nach der Geburt eingehend untersucht, um Begleiterkrankungen des Herzens, des Gehirns und der inneren Organe auszuschließen.

Sehr wertvoll ist Ihre Unterstützung bei der Behandlung dieser Begleiterkrankungen.

Patienten mit Einschränkungen der Vitalfunktionen nach der Geburt oder nach der Operation werden durch diese Abteilung auf der Intensivstation versorgt.

Es besteht eine enge Kooperation mit der zahnärztlichen Akademie in Karlsruhe und den behandelnden niedergelassenen Kieferorthopäden in der Umgebung.

Die Kieferorthopädie ist der wichtigste Behandlungsfaktor für die Wachstumslenkung und –unterstützung nach den Operationen einer Spalte. Sie ist fast immer im Rahmen der Gesamtbehandlung notwendig, um die nachteiligen Folgen von Operationen auf das Wachstum des Gesichtsschädels auszugleichen und muss gelegentlich bis zum Wachstumsabschluss durchgeführt werden.

Daher ist es uns wichtig, mit in der Spaltbehandlung erfahrenen Kieferorthopäden vor Ort eng zusammenzuarbeiten, damit die langwierige Kieferorthopädie im Sinne des Patienten heimatnah erfolgen kann.