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Београд 2025

Mein Erasmus+ an der Universitätsklinik Belgrad.

Im Rahmen meines Erasmus-Aufenthalts hatte ich die Möglichkeit, vier Wochen in der Uniklinik Belgrad, im Urgentni Centar (Emergency Center), auf der viszeralchirurgischen Station mitzuarbeiten. Während dieser Zeit durfte ich das Pflegepersonal auf Station unterstützen und spannende Einblicke in das serbische Gesundheitssystem gewinnen.

Im klinischen Alltag habe ich nicht nur routinehafte Appendektomien und Cholezystektomien miterlebt, aber auch außergewöhnliche und teilweise dramatische Fälle wie Schussverletzungen, Messerstechereien und Drogenintoxikationen gesehen. Diese Erfahrungen haben mir eindrucksvoll gezeigt, wie breit das Spektrum in einer Notfallklinik sein kann.

Besonders spannend war für mich der Vergleich zum deutschen Gesundheitssystem. In Serbien übernehmen häufig Angehörige die Körperpflege, und viele Materialien wie Inkontinenzprodukte und sogar Toilettenpapier müssen von den Patienten selbst mitgebracht werden. Die Pflege arbeitet dort deutlich medizinischer: Blutentnahmen, das Legen von Viggos oder die Vorbereitung intravenöser Medikamente gehören selbstverständlich zum Aufgabenbereich. Hierarchien zwischen Ärzten und Pflegekräften waren kaum spürbar, Pausen wurden zusammen verbracht, und die familiäre Atmosphäre wurde durch die Angehörigen verstärkt, die uns zu Besuchszeiten mit Essen, wie Spanferkel oder Torten, versorgten.

Einen deutlichen Unterschied zum deutschen Stationsalltag, hab ich vor allem in der Hygiene gesehen. Es hat mich überrascht, dass fast alle Pflegekräfte Nagellack oder Gelnägel trugen und auf der gesamten Station nur zwei Flaschen Händedesinfektionsmittel vorhanden waren. Diese Beobachtungen haben mir gezeigt, wie unterschiedlich Standards weltweit sein können.

Ich durfte während meines Aufenthaltes selbst sehr aktiv werden: unter Anleitung Blut abnehmen, einem Anästhesisten beim Legen eines ZVKs assistieren und unter Anleitung intravenöse Medikamente vorbereiten. Diese praktischen Erfahrungen haben mein pflegerisches und medizinisches Wissen enorm erweitert.

Die Arbeit auf Station im Unfallzentrum war genauso wild wie das Stadtleben in Serbiens größter Metropole. 

Ich kann einen Erasmus-Einsatz in Belgrad absolut empfehlen. Man lernt nicht nur fachlich und medizinisch, sondern auch kulturell unglaublich viel dazu. Allerdings sollte man beachten, dass Sprachkenntnisse eine große Rolle spielen. Ohne Serbisch-Kenntnisse ist die Verständigung mit Patienten und Pflegekräften oft schwierig, da Englisch nur selten gesprochen wird und Englischkenntnisse begrenzt vorhanden sind..

Wer Interesse an einem Aufenthalt in Belgrad hat, kann sich gerne an mich wenden :)

Katharina Vragolić
katarinavragolic02gmail.com